RATSCHLÄGE #1: Lebenslauf

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Die letzte Abschlussarbeit ist abgegeben, die Studienordner werden eingemottet und der Lebenslauf herausgekramt. So gut wie jeder Student hat bis zum Ende seines Studiums schon mal einen Lebenslauf geschrieben. Jetzt gilt es, das veraltete Dokument auf den neuesten Stand zu bringen und arbeitsmarktgerecht zu machen. Doch wie werden Lebensläufe heutzutage geschrieben und was möchten die Personaler sehen? Unsere Redaktion hat Tipps gesammelt, die Ihnen helfen, mit deinem Lebenslauf hervorzustechen.




 

#1: Das Beste aus Lücken machen

Nicht jeder hat einen lückenlosen Lebenslauf. In der heutigen Leistungsgesellschaft gönnt man sich gerne mal eine Auszeit. Sei es eine Weltreise nach abgeschlossenem Studium oder ein Urlaubssemester mittendrin. Manchmal klafft durch ein abgebrochenes Studium eine große Lücke im Lebenslauf. In anderen Fällen werfen uns Krankheiten aus der Bahn. Wie geht man mit solchen Unterbrechungen im Lebenslauf um?

Zunächst einmal gilt: Nichts erdichten, was man nicht tatsächlich gemacht hat. Fehlende Arbeitszeugnisse und Belege machen Personaler misstrauisch und früher oder später wird jede Lüge aufgedeckt. Vielmehr sollte man die vorhandenen Leerstellen erklären können und auf möglichst optimale Weise präsentieren. Dabei ist es klar von Vorteil, wenn ein Bezug zur Stelle hergestellt werden kann, für die man sich bewirbt.  

So sollten Bewerber, die eine Weltreise gemacht haben, diese auf keinen Fall verschweigen. Die Organisation und Durchführung einer Weltreise erfordert Organisationstalent, Verhandlungsgeschick, Flexibilität, Sprachkenntnisse und Weltoffenheit. All das sind Kompetenzen, die in fast jedem Unternehmen gefordert werden.

Aus einem abgebrochenen Studium sollte man eine Phase der Neuorientierung machen. Dies wird heutzutage nicht mehr so problematisch gesehen. Dabei darf der Zeitraum nach dem Abbruch allerdings nicht aussehen, als hätten Sie nur Däumchen gedreht. Füllen Sie die Zeit mit Praktika, ehrenamtlicher Arbeit oder mit dem Erlernen einer Fremdsprache oder von Computerprogrammen.

Krankheitsbedingte Auszeiten von langer Dauer sind dagegen schwerer zu rechtfertigen. Diese sind bei Personalern überhaupt nicht gerne gesehen,  da sich jeder Arbeitgeber auf seine Arbeitnehmer verlassen können will. Längere Krankheit während des Studiums darf allerdings gerne verschwiegen werden, da sich dies im Lebenslauf kaum bemerkbar macht. Dieser Punkt ist eher für berufstätige Bewerber problematisch.

 

#2: In der Kürze liegt die Würze

Es mag verlockend erscheinen, jedes Schulpraktikum und jeden gewonnenen Vorlesewettbewerb im Lebenslauf aufzuführen. Doch bei Lebensläufen gilt: Weniger ist mehr.

Ein Personalsachbearbeiter hat in der Regel nur einige Minuten Zeit, sich einen Lebenslauf durchzulesen und möchte in dieser Zeit die wichtigsten Informationen auf einen Blick erkennen können. Daher ist es wichtig, neben den Grundinformationen wie Ausbildung, Werdegang und Erfahrungen nur die Nebenqualifikationen zu erwähnen, die für die ausgeschriebene Stelle wirklich relevant sind. Sie bewerben sich bei einer Medienagentur? Hier sollten Sie Ihr dreiwöchiges Praktikum bei einer Lokalzeitung ruhig erwähnen. Geht Ihre Bewerbung dagegen an ein Ingenieurbüro, lassen Sie es lieber weg und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche.

Insgesamt sollte eine Bewerbung bei Berufsanfängern allerhöchstens zwei Din-A4-Seiten umfassen. Zur besseren Übersichtlichkeit packen Sie jedes Thema in einen Absatz und versetzen es mit einer Überschrift. Vermeiden Sie Fließtext und verwende eine einheitliche Schriftart und -größe. Ein absolutes No-Go sind Rechtschreibfehler. Fehlerhafte Lebensläufe werden aussortiert – unabhängig von der Branche.

 

#3: Lesen Sie Ihren Lebenslauf aus den Augen des Personalers

Personaler haben in der Regel für jede ausgeschriebene Stelle einige Hundert Bewerbungen und Lebensläufe auf dem Tisch. Da kann nicht jede Bewerbungsmappe bis ins Detail studiert werden. Erleichtern Sie dem Sachbearbeiter seine Arbeit, indem Sie ihm die Informationen, die er braucht, auf den ersten Blick präsentieren.

Verzichten Sie daher auf Originalität oder einen unkonventionellen Aufbau des Lebenslaufs. Dies erschwert dem Bearbeiter unnötig seine Aufgabe und sorgt für Minuspunkte. Beginnen Sie mit der aktuellsten Tätigkeit und gliedere den Lebenslauf nach Themen. Unkonventionell aufgebaute Lebensläufe, die ins Auge fallen, sind höchstens in der Medienbranche gefragt, wo Kreativität eine der wichtigsten Kompetenzen ist.

Ein typischer Lebenslauf beginnt mit „Lebenslauf“ oder deinem Namen als Überschrift, gefolgt von Daten zu Ihrer Person. Hier sind insbesondere die Kontaktdaten wichtig, Religionszugehörigkeit und Familienstand sind heutzutage nicht mehr nötig.

Anschließend folgt der Punkt „Ausbildung“, in dem Sie Ihren schulischen und akademischen Bildungsweg aufzeichnen, angefangen beim aktuellsten. Der Absatz „Berufserfahrung“ beinhaltet Praktika, Nebenjobs und andere Formen beruflicher Betätigung.

Unter „Auslandsaufenthalte“ können Sie Auslandssemester, -praktika, Sprachreisen oder ähnliches aufführen. Sprachkenntnisse, Computerkenntnisse und Zertifikate von Fortbildungen oder Seminaren gehören zum Punkt „Zusatzqualifikationen“.

Sollten Sie Ihre Hobbies erwähnen möchten, können Sie dies am Ende tun. Zu guter Letzt ist am Ende des Lebenslaufs eine handschriftliche Unterschrift mit Angabe von Ort und Datum erforderlich.

Folgen Sie diesem klassischen Aufbau, erleichtern Sie dem Leser Ihres Lebenslaufs die Arbeit.

 

#4: Nicht kleckern, sondern klotzen

Sehen Sie sich im Bewerbungsverfahren nicht als Bittsteller, sondern als Anbieter Ihrer Mitarbeit. Sie sind für die ausgeschriebene Stelle bestens qualifiziert und gehen mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein an die Sache heran.

Ihr Lebenslauf ist wie ein Verkaufsprospekt, das die Personalabteilung überzeugen soll, Sie „zu kaufen“. Dabei ist es nicht verboten, Ihre besten Verkaufsargumente in einem eigenen Absatz zusammenzufassen. So kann der Personaler auf einen Blick sehen, was Sie besonders macht. Wenn sich auf diese Weise einige Punkte wiederholen, ist das nicht weiter schlimm.

Bescheidenheit ist eine Tugend, aber im Lebenslauf fehl am Platz. Bei der Angabe der Fremdsprachenkenntnisse gilt: „Grundkenntnisse“ sind null Kenntnisse. Englisch wird mittlerweile überall vorausgesetzt und sollte mindestens mit „sehr gut“ attribuiert werden.

Stellen Sie auch bei der Angabe von Nebenjobs oder Vereinstätigkeiten Ihr Licht nicht unter den Scheffel. Mag Ihr Nebenjob Ihnen noch so unbedeutend und simpel erscheinen. Stellen Sie die dabei erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen im besten Licht dar. Waren Sie als Trainer im Karate-Verein tätig, beweist das Führungskompetenzen. Ein Job als Kassierer an einer Tankstelle kann aufzeigen, dass Sie unter Stress arbeiten können und auch mit schwierigen Kunden umzugehen wissen.

Beachten Sie hierbei allerdings stets, dass die Angaben für die ausgeschriebene Stelle relevant sein müssen. Unwichtiges weglassen und Wichtiges hervorheben!

 

#5: Die persönliche Note

Um unter der Vielzahl von Lebensläufen, die ein Personaler durchgeht, ins Auge zu fallen, ist es angeraten, einen persönlichen Touch in die Bewerbungsmappe bringen. Dies sollte jedoch auf keinen Fall auf Kosten der Übersichtlichkeit geschehen.

Die Angabe von Hobbies macht vor allem Bewerber ohne viel Berufserfahrung interessanter und gibt wichtige Aufschlüsse über die Persönlichkeit. Auch hier gilt es, nicht zu überfrachten und sich auf ein oder zwei Hobbies zu konzentrieren. Sie sind seit zehn Jahren aktiv im Fußballverein? Super, das spricht für Ihre soziale Kompetenz und beweist Ihre Fähigkeit zur Teamarbeit. Sie lesen in Ihrer Freizeit gerne? Das zeigt Lernfreudigkeit. Auch eher ungewöhnliche Hobbies wie Gewichtheben oder Stabhochsprung können positiv auffallen und als Zeichen gewertet werden, dass Sie ziel- und leistungsorientiert sind.

Eine andere Möglichkeit, unter der Masse der Bewerber hervorzustechen, ist die Anfertigung eines Kurzvideos, in dem Sie kurz Ihre Motivation und Ihre Qualifikation vorstellen. Machen Sie das Video jedoch nicht zum Zentrum Ihrer Bewerbung, sondern machen Sie nur eine Linkangabe, unter der der Personaler dein Video aufrufen kann. Halten Sie sich beim Lebenslauf und beim Anschreiben an den klassischen Aufbau, das Video ist nur Beiwerk. Das Video sollte in jedem Fall erstklassig und möglichst professionell aufgenommen worden sein. 


Verfasst von JobTeaser

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