Wie überlässt man bei der Suche nach einem Abschlusspraktikum nichts dem Zufall?

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Ein Abschlusspraktikum wird oft als entscheidende Lebensphase eines Studenten, und als ausgezeichnetes Sprungbrett ins Berufsleben gesehen. Die Angelegenheit kann jedoch eher heikel, und die Konkurrenz härter als bei einem gewöhnlichen Praktikum sein. Daher haben wir für euch 4 Schritte zusammengestellt, um eure Einstellung am Ende eures Abschlusspraktikums nicht dem Zufall zu überlassen! 

1. Was macht das Abschlusspraktikum für Unternehmen interessant?

 

Um eure Einstellungschancen am Ende eures Abschlusspraktikums wirklich zu optimieren, müsst ihr zuerst verstehen, warum so ein Abschlusspraktikum für ein Unternehmen manchmal sehr wertvoll sein kann. Sobald ihr begriffen habt, was auf dem Spiel steht, könnt ihr euch angemessen verhalten.

Es wird an den Schulen oft wiederholt: das Abschlusspraktikum ist die letzte Etappe, der entscheidende Schritt bei eurer Jobsuche. Es wird ebenfalls oft geraten, sein Abschlusspraktikum strategisch auszusuchen, um es direkt in dem Unternehmen, in dem man gerne eingestellt werden würde zu absolvieren. Ein Abschlusspraktikum kann in der Tat eine „win-win“ Wette für beide Seiten darstellen. Warum ist das so?

  • Es ist ein Abschlusspraktikum. Dies mag belanglos wirken, sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Tatsächlich bedeutet dies, dass ihr bereits sämtliche Kurse und vorherige Praktika hinter euch habt und somit sowohl einen akademischen und beruflichen Hintergrund, bereichernde Erfahrungen und einen reiferen Verstand mit euch bringt. Natürlich müsst ihr in manchen Bereichen noch ausgebildet werden, und ein Praktikum ist zum Lernen da, aber das Unternehmen wird euch an bereits erworbenen Fähigkeiten messen, euch mehr Verantwortung anvertrauen und euch bzgl. mancher Punkte „testen“.
  • Das Unternehmen weiß, was auf dem Spiel steht und, dass manche Studenten um ihr Abschlusspraktikum besorgt sind. Sein letztes Praktikum gilt oft als entscheidender Schritt im Leben eines Studenten und daher wählt er dafür meist das Unternehmen, das am besten zu ihm passt, dessen Aktivitäten und Werte ihm gefallen und bei dem er womöglich bleiben möchte. Das Unternehmen kann somit die Motivation des Studenten, dort eingestellt zu werden bewerten und ist sich äußerst bewusst, dass der Student es nicht zufällig gewählt hat.
  • Eine verschleierte Probezeit?  Ja, das Unternehmen kann den Studenten beobachten und ihn im Laufe seines Abschlusspraktikums allmählich integrieren. Es weiß genau, dass der Student nach dieser Erfahrung eine erste Beschäftigung suchen wird, und somit einen potentiellen Kandidaten darstellt. Die Angestellten werden also besonders Acht auf die Integrationsfähigkeit, die Arbeitskultur, die Fortschritte, die Fähigkeiten und die Eigeninitiative des Studenten geben. Da es wesentlich aufschlussreicher als ein Vorstellungsgespräch ist, kann ein Abschlusspraktikum für das Unternehmen eine wahrhaftige Probezeit darstellen. Ebenso ist dies eine Probezeit für den Studenten, der dadurch erfährt, ob ihm die Arbeitsweisen und Werte des Unternehmens gefallen, und ob er weiterhin für dieses Unternehmen arbeiten möchte.

2. Wie zeigt man sich einstellungsbereit?

 

Da ihr jetzt wisst, was bei dem Abschlusspraktikum auf dem Spiel steht, könnt ihr euch „einstellungsbereit“ zeigen. Das bedeutet, dass ihr in dem Unternehmen nicht nur ein auszubildender Beobachter sein, sondern wahrhaftig mitwirken solltet. Dazu gehören drei Schlüsselwörter: Einstimmigkeit, Eigeninitiative und Proaktivität.

  • Einstimmigkeit: bleibt oder werdet in eurem Berufsprojekt widerspruchsfrei Euer letztes Praktikum sollte eure Wünsche für eure weitere Laufbahn widerspiegeln. Es mag überraschend wirken, dies hier zu erwähnen, dass ihr euch vermutlich schon bei eurem Vorstellungsgespräch widerspruchsfrei gezeigt habt. Diese Einstimmigkeit gilt es jedoch stets zu pflegen, zum Beispiel durch die Aufgaben, die ihr verlangt, die Projekte um die ihr euch kümmert und die Verantwortungen, die ihr übernehmt. Bleibt natürlich neugierig und interessiert euch weiterhin für so viele Dinge wie möglich bevor ihr euch festlegt, aber orientiert euch nach und nach an dem, was ihr während eures Praktikums in dem Unternehmen machen wollt, damit das Einstellungsangebot sich am Ende ganz natürlich ergibt.
  • Eigeninitiative: Zeigt Eigeninitiative! Seid ein Impulsgeber und ergreift Initiativen. Das bedeutet auch, dass ihr vollständige Arbeiten, und nicht nur Hypothesen und Versprechungen liefern müsst. An die Redewendung „Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre...“ solltet ihr stets denken. Es gilt auch in Unternehmen: Ideen zu haben ist gut. Sehr gut sogar. Kreativität wird oft geschätzt; wenn diese Ideen jedoch nicht umgesetzt werden, sind sie nicht viel Wert. Unterbreitet eure Ideen also erst, wenn ihr ein paar Recherchen zu den zwingend aufkommenden Fragen getätigt habt, und schlag Projekte vor, zu denen ihr schon Handfestes habt, damit man euch entsprechende Verantwortung anvertraut.
  • Proaktivität: Zeigt euch reaktionsfähig und verfügbar Dies ergibt sich logisch aus dem Vorgehenden. Zeigt euch stets proaktiv und vielseitig, werdet selbstständig, um euren potentiellen Arbeitgeber zu zeigen, dass ihr schon teilweise Integriert seid, euch auf dem Laufenden haltet und euch für alles interessiert. Es zeigt auch eine bestimmte Motivation, wenn ihr jedes neue Projekt mit einem Lächeln annehmt. Solch eine Tatfreudigkeit wird euch eurem Praktikumsleiter bestimmt nicht entgehen.

3. Seid Mitspieler eurer Begleitung

 

Sobald ihr euch einstellungsbereit zeigt, könnt ihr zu einem wahrhaftigen Mitspieler des Unternehmens werden. Dabei zählt besonders das Spielfeld eurer Begleitung. Ein Arbeitgeber, der es in Erwägung zieht, einen Praktikanten einzustellen, wird regelmäßig Begleitungsgespräche organisieren. Vergesst nicht, dass euer Praktikum für ihn eure Probezeit darstellt, und er euch also regelmäßig bewerten wird. Dazu haben wir vier Ratschläge für euch:

  • Wartet nicht bis zum Ende eures Praktikums: viele Studenten begehen den Fehler, sich über eine mögliche Einstellung erst gegen Ende ihres Praktikums Gedanken zu machen. Wenn die Manager jedoch nicht schon darüber nachgedacht haben, ist es dann bereits zu spät um euch dementsprechend zu bewerten. Daher ist es unumgänglich, sich im Voraus mit der Frage zu beschäftigen.
  • Schlagt eurem Verantwortlichen regelmäßige Gespräche vor: oben rieten wir zu Eigeninitiative. Dies ist ein gutes Beispiel dafür! Unternehmen fordern in der Regel gegen Mitte des Praktikums zu so einem Gespräch auf. Zu diesem Zeitpunkt hat sich euer Manager jedoch schon eine Meinung von euch gebildet, und die verbleibenden Monate werden wahrscheinlich zu kurz, um sich erneut zu beweisen. Am besten schließt ihr jeden Arbeitstag mit einem kurzen aber effektiven Austausch über euren Fortschritt mit eurem Praktikumsleiter ab. Das macht ebenfalls Sinn, da er euch ja ausbildet. Ein wöchentliches Gespräch zu erreichten und zu erreichenden Zielen, eurem Fortschritt und eurer Betreuung rundet das Ganze gut aus. Euer Verantwortlicher wird nicht immer daran denken, also liegt es an euch, diese Punkte auf natürliche Weise mit ihm zu besprechen, um ihm zu zeigen, dass ihr wissbegierig, eifrig und stets bereit seid, euch von ihm weisen zu lassen.
  • Gespräche mit den Managern und der Personalabteilung organisieren: Man denkt nicht so oft daran, da man diese Personen nicht unbedingt täglich sieht. Aber letztendlich werden sie es sein, die entscheiden ob ihr eingestellt werdet oder nicht. Versucht also mit eurem Manager am Ende des ersten Monats über eure Integration, am Ende des zweiten Monats über die Arbeit, die ihr übernommen habt, und am Ende des vierten Monats über eure Fortschritte, Beiträge und konkrete Errungenschaften innerhalb des Unternehmens zu reden. Ein abschließendes Gespräch bietet sich am Ende des sechsten Monats an. Versucht ebenfalls in den ersten Monaten ein Gespräch mit der Personalabteilung zu führen. Dies ist jedoch ab dem vierten Monat besonders wichtig, um die Gelegenheiten, die sich euch bieten zu bewerten, und zu verdeutlichen, dass ihr bleiben und euch weiter engagieren wollt.
  • Bringt es bei diesen Gesprächen auf den Punkt: Zeigt euch proaktiv und treibt diese Gespräche selbst voran. Dazu schlagen wir euch hier ein paar Gesprächsthemen vor: erinnert an die Aufgaben, die ihr übernommen habt und zieht eine Bilanz; sagt welche euch am besten gefallen haben, damit euch davon mehr anvertraut werden; schildert, was euch Schwierigkeiten bereitet habt, um Ratschläge zu erhalten und euch zu verbessern; bittet nach einer Selbstkritik um Feedback, damit ihr erkennen könnt, woran ihr noch arbeiten müsst; erstellt eine To-Do-Liste der Aufgaben bis zum nächsten Gespräch.

4. Die Einstellung ansprechen

 

Da ihr nun nichts mehr dem Zufall überlassen habt, ist es Zeit, zu handeln.  

 

  • Den richtigen Zeitpunkt wählen: Es wird geraten die Frage schon beim ersten Gespräch zumindest zu erwähnen, um einschätzen zu können, ob das Unternehmen überhaupt in Betracht zieht, Praktikanten am Ende ihres Abschlusspraktikums einzustellen. Dies kann euch auch dabei helfen zu entscheiden, ob ihr euer Praktikum überhaupt in diesem Unternehmen machen wollt. Danach solltet ihr das dritte Gespräch mit eurem Manager (also am Ende des vierten Monats) abwarten, um euer Interesse zu bekunden. Zu diesem Zeitpunkt könnt ihr eine erste Bilanz eurer Errungenschaften, Beiträge und Kompetenzen ziehen. 

 

  • Das Thema auf intelligente Weise ansprechen: Ihr könnt euren Manager zunächst einfach fragen, wie es allgemein mit der Einstellungspolitik des Unternehmens aussieht. Indem man nach Auskunft fragt, bekundet man indirekt sein Interesse: „Ich hätte eine Frage zum Einstellungsverfahren des Unternehmens. Mein Praktikum ist in zwei Monaten abgeschlossen, und wie ich es dir bereits erklärte, gefallen mir dieses Praktikum, die Aufgaben, das Team und die Unternehmensphilosophie sehr gut. Daher fragte ich mich, wie eine Bewerbung meinerseits hier ablaufen würde.“ Der Manager antwortet euch dann bestimmt, dass er das mit der Personalabteilung und seinen Vorgesetzten besprechen muss. Zeigt euch dann ruhig etwas nachdrücklich, jedoch stets freundlich: „Natürlich. Das verstehe ich. Ich habe angefangen, mich für die sich mir nun bietenden Gelegenheiten zu interessieren, und werde demnächst anfangen, mich zu bewerben. Daher würde ich gern wissen, wie es hier aussieht, da dies meine erste Wahl ist, ich mich jedoch sicherheitshalber auch anderweitig erkundigen werden muss.“ Da euer Manager bestimmt schon mal in euren Schuhen gesteckt hat, wird er eure Aussage verstehen.

 

  • Sprecht das Thema erneut an: Wartet zwei bis drei Wochen, um auf das Thema mit eurem Manager zurückzukommen und ihm mitzuteilen, dass ihr zu ersten Vorstellungsgesprächen eingeladen werdet. Danach zeigt er sich bestimmt reaktiver! Vor allem verdeutlicht ihr so eure Motivation. Zudem, ist dies eine erste Grundlage für Gehaltsverhandlungen!


Verfasst von JobTeaser

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