Karriere-Tipps abseits der klassischen Werkstudentenjobs

Big trconseil

Was du als Student für deine Karriere tun kannst und dabei auf vielfältige Art und Weise deinen Lebenslauf aufpolierst und Erfahrungen sammelst

 

Das Studium schreitet unaufhörlich voran und während du dich auf deine Prüfungen und Seminare konzentriert hast, merkst du, wie deine Kommilitonen einer nach dem anderen lukrative Werkstudenten-Jobs annehmen und dir davon erzählen, dass die meisten Firmen neben einem guten Studienabschluss auch Berufserfahrung oder ehrenamtliches Engagement von den Absolventen erwarten. Neben dem Weg über einen Werkstudentenjob, der zwar gut ist um Berufserfahrung zu sammeln und Kontakte in der Berufswelt zu knüpfen, aber zum Beispiel zeitlich nicht immer mit dem Stundenplan konform ist, gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten, deinen Lebenslauf aufzupolieren und dabei einzigartige Erfahrungen zu sammeln.

 

Auslandssemester

Fast schon ein Klassiker ist das Auslandssemester. Die meisten Universitäten haben Kooperationen mit Hochschulen weltweit und bieten verschiedene Programme für ihre Studierenden an. Viele werden auch mit Stipendien gefördert, für die anderen gibt es noch den Weg über das Auslands-BAföG. Hier sind die Chancen auch höher als beim Inlands-BAföG, es bewilligt zu bekommen, da die Vermögens- und Einkommensbemessungsgrenzen höher liegen. Bei vielen größeren Firmen wird Auslandserfahrung schon vorausgesetzt oder zumindest als wünschenswert angegeben. Deine Vorteile sind: du kannst deine Fremdsprachenkenntnisse verbessern, erlangst interkulturelle Kompetenzen und zeitgleich kannst du Freunde fürs Leben finden und unvergessliche Erfahrungen sammeln. Das Gute an den Hochschulkooperationen ist, dass dein Aufenthalt meist gut vorgeplant ist und du dich nur noch teilweise um die Formalitäten kümmern musst. Meistens musst du dich auch nicht um die Unterkunft kümmern und idealerweise kannst du dir die im Ausland abgelegten Prüfungen Zuhause an deiner Heimatuniversität anrechnen lassen. Das International Office deiner Hochschule hat weitere Informationen parat und informiert über das Vorgehen und alle notwendigen Schritte und Formulare. Wichtig zu wissen ist, dass es unter Umständen bestimmte Auflagen geben kann, um das Auslandssemester antreten zu können, wie zum Beispiel das Bestehen bestimmter Prüfungen. Am besten rechtzeitig informieren, um später nicht aufgrund von Zeitmangel auf den Plänen sitzen zu bleiben.

 

Ehrenamtliches Engagement

Gerade in sozialen, pädagogischen oder psychologisch ausgerichteten Fachrichtungen bietet ehrenamtliches Engagement die Möglichkeit erste Erfahrungen im späteren Berufsumfeld zu sammeln und dabei zu zeigen, dass man auch über das Studium hinaus engagiert ist. Ehrenamt sieht aber auch im Lebenslauf eines zukünftigen Ingenieurs oder Rechtsanwalts gut aus, denn es zeigt dem künftigen Arbeitgeber, dass der Kandidat nicht nur „Dienst nach Vorschrift“ macht und auch über den Tellerrand hinaus seine Fähigkeiten einsetzt. Dabei ist der zeitliche Aufwand sehr individuell und je nach Tätigkeit bekommen die ehrenamtlichen Helfer kostenlose Schulungen, die sich später auch als weitere Qualifizierungen und erweiterte Kenntnisse im Lebenslauf gut machen. Solche Schulungen bieten u. a. Telefonseelsorge-Hotlines sowie Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit Behinderungen an. Die Angebote und Anforderungen sind dabei recht unterschiedlich. Es lohnt sich, Auskünfte bei verschiedenen Einrichtungen einzuholen. Je nach Einrichtung und Tätigkeit kann es zudem eine Aufwandsentschädigung geben, die bis zu einer bestimmten Obergrenze steuerfrei bleibt.

 

Ehrenamtliches Engagement im Ausland

Wenn du die beiden oberen Punkte verbinden möchtest, kannst du dich über humanitäre Hilfsprojekte im Ausland informieren. Dabei gibt es verschiedene Organisationen, die diese Projekte betreuen. Eine der bekanntesten ist z. B. das Deutsche Rote Kreuz, aber es gibt noch viele weitere. Aufgaben, die man dabei übernehmen kann, sind u. a. Die Betreuung und Unterricht an Schulen und in den Kindergärten, Aufbauarbeiten, Entwicklung innovativer Systeme für das Projektgebiet (z. B. zur Verbesserung der Wasserversorgung eines Dorfes, Anlage von Agrar- oder Viehzuchtarealen inklusive der notwendigen Infrastruktur, Versorgung der Gemeinden mit Strom etc.) oder mit gewisser Vorerfahrung auch die Leitung von Projekten.

 

„Work and Travel“ im Ausland

Wem ein konkretes Projekt an einem fest definierten Ort zu starr ist, kann auch die Möglichkeiten des sogenannten „Work and Travel“ nutzen. Dabei reist man mit einem Arbeitsvisum durch seine Wunschländer und arbeitet nebenher an den verschiedenen Orten, um die Reise mitzufinanzieren. Manche Jobs werden auch mit Verpflegung und Unterkunft „vergütet“, sodass man sich um diese beiden essentiellen Punkte des Aufenthalts keine großen Gedanken machen muss und im Idealfall dann nur noch Geld für die Weiterreise und etwas Taschengeld benötigt. Hierbei sind besonders Australien und Neuseeland sehr bekannt für die bereits vorhandenen guten Infrastrukturen. Es gibt Organisationen, die gegen Bezahlung die gesamte Startplanung übernehmen und die Formalitäten regeln. Mit genügend Vorlauf und Eigeninitiative findet man aber auch durch Eigenrecherche alle Informationen, die man benötigt, z. B. auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, in Blogs von anderen Reisenden und auf den jeweiligen Landesseiten. Auch wenn die Tätigkeiten während des „Work and Travel“-Aufenthalts eher selten mit den eigenen Qualifikationen zu tun haben, lernst du währenddessen viel Selbständigkeit und Eigeninitiative und gewinnst im Idealfall mehr Selbstsicherheit, in dem du lernst, dich von Tag zu Tag durchzuschlagen und kreative Ideen zu entwickeln, um weiter zu kommen.

 

Kongresse und Messen

Messen und Kongresse eignen sich gut dazu, berufliche Kontakte zu knüpfen und sich auf praktischer Ebene Informationen zu verschaffen, die später hilfreich sein können. Neben persönlichen Gesprächen mit Personalverantwortlichen auf Berufs- oder Branchenmessen, sind Kongresse zudem eine Weiterbildungsmöglichkeit, die einen tieferen Einblick zu verschiedenen Forschungsbereichen und Trends verschafft. Auch als Student kann man einen aktiven Beitrag zum Programm eines Kongresses leisten, in dem man z. B. Im Rahmen einer kurzen Posterpräsentation die aktuellen Ergebnisse einer Studienarbeit vorstellt, die man als studentische Aushilfe oder im Rahmen eines Seminars erstellt hat. Für weitere Informationen lohnt es sich im zuständigen Fachbereich nachzufragen. Mitunter nimmt man den wissenschaftlichen Mitarbeitern etwas Arbeit ab und hilft ihnen dabei, die aktuelle Forschungsarbeit zu präsentieren. Darüber hinaus kann eine solche Präsentation in den Lebenslauf aufgenommen werden und zeigt, dass man auch auf wissenschaftlich-forschender Ebene bereits Fuß gefasst und Erfahrung gesammelt hat. Gerade in der Forschungsarbeit ist die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig, um die Bedeutung der Projekte darzustellen, an denen aktuell geforscht wird und so für finanzielle Fördergelder zu werben. Dies gehört zu einem wesentlichen Teil als eine der Hauptaufgaben zur späteren wissenschaftlichen Laufbahn dazu.

 

Praktika

Praktika gibt es in verschiedenster Art und Weise, Dauer, mit und ohne Bezahlung und in fast allen denkbaren Bereichen. So können die Semesterferien dazu genutzt werden, erste Erfahrung zu sammeln ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen, aber auch um bei beidseitigem Gefallen im Anschluss an das Praktikum als Werkstudent oder studentische Aushilfe bei dem Unternehmen anzufangen. Viele Unternehmen vergüten die Praktika, jedoch beträgt die häufig gewünschte Praktikumsdauer sechs Monate. In diesem Fall lohnt es sich über ein Urlaubssemester nachzudenken, um das Praktikum in Ruhe durchführen zu können.

 

Studien- und Abschlussarbeiten

Die Möglichkeit Studien- oder Abschlussarbeiten extern zu schreiben ist neben einem Praktikum ebenfalls eine gute Möglichkeit in ein Unternehmen reinzuschnuppern und dabei mit den Ergebnissen auch einen Beitrag zur Optimierung von Arbeits- und Organisationsabläufen beizutragen. Aber auch bei hochschulinternen Arbeiten ist die Wahl des Themas durchaus relevant. Mit dem Thema der Abschlussarbeit wird nach außen signalisiert, welche Bereiche man besonders interessant findet und sich entsprechend ein vertieftes Wissen erarbeitet hat. Mit einem gut gewählten und zum später angestrebten Arbeitsfeld passenden Abschlussthema kann man später bei der Bewerbung im Wunschbereich Pluspunkte gegenüber anderen Bewerbern sammeln, und so unter Umständen fehlende Berufs- und Auslandserfahrung ausgleichen.

 

Selbständige Tätigkeiten

Es gib viele Tages-Einsätze, die befristet sind und auf Honorarbasis erfolgen. Je nachdem, wofür man sich entscheidet, sind die Tätigkeiten mal mehr mal weniger relevant in Bezug auf den Lebenslauf. Das geht von Aushilfstätigkeiten bei besonderen Veranstaltungen an der Garderobe, am Empfang oder auch in der Koordination der Helfer über das Bekleben von Werbeartikeln oder das Vorbereiten von Einladungsschreiben. Auch Tätigkeiten wie die Freizeitbetreuung von Senioren laufen oft als selbständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeanmeldung benötigt wird. Der Vorteil ist, dass diese Aufgaben flexibel je nach eigener zeitlicher Verfügbarkeit übernommen werden können und man darüber hinaus Einblicke in die verschiedensten Bereiche und Branchen erhält. Dadurch sammelst du Erfahrung in vielfältigen Bereichen, die dir später auch in einem festen Job Vorteile bringen kann.

 

Dieser Überblick soll dir eine Vorstellung von den Möglichkeiten geben, die du als Student hast, um Erfahrung für die eigene berufliche Karriere abseits der Aushilfs- und Werkstudentenjobs zu sammeln und gilt nur als eine Auswahl der vielfältigen Chancen. Es gibt eine große Palette an Tätigkeiten, die auf unterschiedliche Art und Weise die persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten fordern und fördern und dabei auch im Studienalltag einen Platz finden oder auch interessante Ideen für das Urlaubssemester bieten können.


Verfasst von JobTeaser

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