Ein Praktikum in einem Startup-Unternehmen: Pro und Contra

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Einst war es so, dass bei Personalvermittlern sind insbesondere große Firmen beliebt waren. Es war für Sie kein bedeutender Vorteil sein, wenn Sie sich um Ihren ersten Arbeitsplatz bewarben und in Ihrem Lebenslauf der Name einer unbekannten Firma stand. Zum Glück hat sich das innerhalb der letzten 2 oder 3 Jahre geändert. Die Anzahl von Startup-Unternehmen hat stark zugenommen und es interessieren sich immer mehr Studenten aus den besten Studiengängen für sie. Deshalb ist diese Art des Praktikums sehr beliebt bei Personalvermittlern.

Die Entscheidung für eine große Firma oder ein Startup-Unternehmen hängt hauptsächlich von Ihnen ab: von Ihren beruflichen Wünschen, Ihren Arbeitsvorlieben und Ihrer Persönlichkeit. Es ist für uns unmöglich, Ihnen eine perfekte Antwort auf die folgende Frage zu geben: „Ist es besser ein Praktikum in einem Startup-Unternehmen oder in einer großen Firma zu machen?” Der Grund dafür ist, dass nur Sie die volle Faktenlage kennen und diese Entscheidung treffen müssen. Und nun einige Kriterien für Sie, die Ihnen die Wahl erleichtern können!

Übrigens: wir sprechen hier von „kleinen” Startup-Unternehmen, die vor Kurzem gegründet wurden und noch auf der Suche nach ihrem Weg sind und nicht von großen, die mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter und fest eingerichtete Prozesse haben.

 

Pro:

 

1. Eine enge Beziehung zu den Gründern

Ein Startup-Unternehmen zeichnet sich insbesondere durch eine geringe Zahl von Mitarbeitern aus. Außerdem spricht man die Gründer mit dem Vornamen an und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Sie direkt mit ihnen zusammenarbeiten werden. Auf diese Weise werden Sie von ihrem Fachwissen profitieren und erfahren mehr über die Wachstumsstrategie des Unternehmens sowie über die Gründe für die Entscheidungen, die sie im Alltag treffen. Deshalb werden Sie viel von ihnen lernen, sowohl in Bezug auf Fachwissen als auch auf unternehmerisches Können.

 

2. Ein starkes Zugehörigkeitsgefühl

Der Vorteil eines kleinen Teams ist, dass Sie schnell alle Mitarbeiter kennenlernen und innerhalb kurzer Zeit integriert sein werden. Das hat einen einfachen und guten Grund: eine zusätzliche Person ist immer gut wenn alle viel Arbeit haben, was in dieser Unternehmensstruktur der Fall ist. Ein neues Projekt, die Einführung eines Produkts, die Vorbereitung von Fundraising – all das bedeutet einen großen Kraftaufwand, bei dem alle gefordert sind. Sie werden also schnell das Gefühl haben, dass Sie in Bezug auf Neuheiten im Unternehmen einen genauso großen Beitrag geleistet haben wie die anderen Mitarbeiter. Ihre berufliche Tätigkeit wird schnell Ergebnisse bringen, was sehr motivierend wirkt.

 

3. Interessen und Arbeit verbinden

Viele Startup-Unternehmen entstehen aus einer tiefen Überzeugung ihrer Gründer, die etwas beweisen oder eine besser Lösung anbieten möchten. Sie werden sowohl von ihrer Leidenschaft als auch vom Willen angetrieben, der Firma wirtschaftlichen Erfolg zu bescheren. Dies trägt dazu bei, dass eine gute Kommunikation im Unternehmen herrscht. Wenn Sie also auf der Suche nach einem Praktikum sind, das nicht nur Ihre eigene Karriere voranbringt, ist ein Startup-Unternehmen für Sie am besten geeignet.

 

4. Ein Netzwerk, das schnell wächst

Die Startup-Community ist eine kleine Welt: die Gründer lernen sich während der Ausbildung kennen und treffen sich später regelmäßig z.B. beim gemeinsamen Abendessen. Wenn Sie die Neuigkeiten aus dem Arbeitsumfeld eine Zeit lang verfolgen, finden Sie schnell heraus, dass Sie immer dieselben Personen treffen und nach 6 Monaten Praktikum werden Sie viele Leute kennen, die jemanden kennen, der in einem anderen Startup-Unternehmen arbeitet, das Sie interessiert. Es kann z.B. der Unternehmensgründer sein, der Sie nach einem erfolgreichen Praktikum gerne weiterempfehlen wird. Kurzum: wenn Sie schon in diesem Umfeld sind, ist es sehr einfach (und sehr verlockend) dort zu bleiben.

 

5. Breites Wissen in Bezug auf Ihr Gebiet und in diversen Arbeitsbereichen

Je nach Größe des Startup-Unternehmens werden Sie bestimmt in demselben Open Space-Bereich arbeiten wie die anderen Mitarbeiter und an vielen Projekten mitwirken, die für die Entwicklung des Unternehmens wichtig sind. Wenn Sie entsprechend aufmerksam sind, können Sie auf diese Weise viele Informationen über die Strategie des Unternehmens, seine Position auf dem Markt und das Verhältnis zur Konkurrenz sammeln. Dies wird Ihnen dabei helfen zu erfahren, wie ein Unternehmen funktioniert, auf welche Schwierigkeiten man stoßen kann, wie man sie überwindet oder wie man Fehler vermeidet. Dies ist eine unschätzbare Erfahrung für diejenigen, die später ein eigenes Unternehmen gründen möchten. 

 

6. Neue Kompetenzen erlernen

Das Prinzip von Startup-Unternehmen ist, dass Sie an allem beteiligt sein können. Wenn Sie in einem sehr kleinen Unternehmen sind, werden Sie sowohl in Bezug auf Kommunikation, im kaufmännischen als auch im technischen Bereich aktiv sein. Ihr Job wird eher der eines Schweizer Taschenmessers sein und nicht der eines Praktikanten. Sie werden einen engen Kontakt mit wichtigen Aspekten des Unternehmens haben und aktiv bei den Entscheidungen mitwirken. Nach dem Praktikum werden Sie einen guten Überblick darüber haben, wie ein Unternehmen funktioniert, und das ist eine Erfahrung, die ein Praktikant in einer großen Firma nicht zwingend macht, weil die Arbeit dort aufgeteilt wird und den Mitarbeitern konkrete Aufgaben zugewiesen werden.

 

7. Ein schneller Aufstieg in der Unternehmenshierarchie

In einem Startup-Unternehmen gibt es geringe Unterschiede zwischen Praktikanten und festen Mitarbeitern. Sie können schnell neue Tätigkeitsbereiche erfassen wenn Sie zeigen, dass Sie kompetent sowie vertrauenswürdig sind und selbst die Initiative ergreifen können. Wenn Sie die Gelegenheit haben, Ihr Praktikum gegen Ende des Studiums zu absolvieren und später fest angestellt werden, ist es möglich, dass Sie gleich eine wichtige Stelle bekommen werden: kaufmännischer Leiter, CTO… Währenddessen braucht man in einer großen Firma mit einer hierarchischen Struktur mindestens drei Jahre, um in neue Aufgabenbereiche vorzustoßen, die jedoch weiterhin kleiner ausfallen werden als in einem Startup-Unternehmen.

 

Contra:

 

1. Weniger spezifische Aufgaben

Wenn Sie ein Praktikum in einem Startup-Unternehmen machen, werden Sie mit diversen Aspekten in Kontakt treten und die Themen etwas weniger gründlich behandeln als in einer großen Firma. Diese Unternehmen haben weniger Zeit, um Sie auszubilden und deswegen werden Sie schnell selbstständig arbeiten müssen. Für diejenigen, die Probleme haben sich neues Wissen anzueignen und befürchten, dass sie Fehler machen können, könnte diese Selbstständigkeit zum Nachteil werden.

 

2. Ungeregelte Arbeitszeiten

Die Leiter des Startup-Unternehmens werden von Ihnen genauso viel erwarten wie von ihren festen Mitarbeitern: Sie werden lernen müssen, wie Sie mit Deadlines für Dutzende von Projekten umgehen und es wird trotzdem wahrscheinlich sein, dass Sie (viel) länger arbeiten werden als Sie es gewohnt sind, um rechtzeitig fertig zu werden. Es kann auch vorkommen, dass Sie z.B. für eine Messeausstellung am Wochenende gebraucht werden!

 

3. Eine geringere Entlohnung und weniger zusätzliche Vorteile

Startup-Unternehmen haben ein kleineres Budget als große Firmen. Das bekommen Sie auch bei der Bezahlung zu spüren: es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihr Verdienst der Mindestlohn sein wird. Außerdem werden Sie die klassischen Vorteile nicht nutzen können, die Praktikanten in großen Firmen in Anspruch nehmen: Kantine, Restaurant-Gutscheine, Betriebsrat, Fitnessstudio…  

 

4. Ein weniger klarer Karriereweg

Wenn Sie in eine große Firma kommen, egal ob es im Handels-, IT- oder Marketingbereich ist, ist die Hierarchie oftmals sehr klar: nach zwei oder drei Jahren wartet der Managerposten, später können Sie auf eine noch bessere Stelle hoffen. In einem Startup-Unternehmen ist die Zukunft unklar. Sie haben zwar eine gute Stelle, aber wer sagt Ihnen, dass das Unternehmen in drei Jahren noch existieren wird? Ein neuer, aggressiver Konkurrent kann auf den Markt kommen, es können schwerwiegende Strategiefehler passieren…

 

5. Ein wenig bekannter Name im Lebenslauf

Wenn Sie ein Praktikum in einem Startup-Unternehmen machen, werden Sie es mit Sicherheit bei Ihrer nächsten Bewerbung nicht so leicht haben. Personalvermittler erwarten, dass Sie über entsprechende Kenntnisse in Bezug auf das Unternehmen verfügen und über die Branche Bescheid wissen, sodass Sie auf ihre Fragen antworten können. Seien Sie neutral und zögern Sie nicht, Kritik zu üben, indem Sie Schwachpunkte ansprechen, wenn Sie solche Erfahrungen gemacht haben. Sie sind nicht dort, um das Startup-Unternehmen in einem guten Licht darzustellen, sondern um von Ihren Erfahrungen zu berichten. Sie müssen also über die Fähigkeit des analytischen Denkens sowie über eine gewisse Reife verfügen: wenn Sie das schaffen, können Sie sicher sein, dass Sie bei der Bewerbung Pluspunkte sammeln werden!


Verfasst von JobTeaser

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