Corporate vs. nicht-corporate Job – Welche Karriere passt zu mir?

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Ganz egal ob direkt nach Ende des Studiums oder nach einiger Zeit im Job – fast jeder Berufsanfänger steht irgendwann vor wichtigen, nervenaufreibenden Grundsatzentscheidungen. Schnell stellt man sich dabei die Frage, ob man auf dem richtigen (Berufs)weg ist und die angestrebte Karriere wirklich das Wahre ist. Während der eine vielleicht bereits früh merkt, welche Art von Job und Branche am besten passt, sind die meisten Studenten immer noch sehr traditionell und denken beim Berufseinstieg eher klassisch oder schleppen sich mit vielen Zweifeln zum ersten Vorstellungsgespräch. Kommt dir das bekannt vor?

Vor allem Absolventen wirtschaftsorientierter Studiengänge wie BWL oder VWL aber auch der Rechts-, Ingenieurs- oder Naturwissenschaften stellen sich ihren Karriereeinstieg meist bei einem großen Unternehmen in einer bestimmten Branche vor und haben dabei die guten Gehaltsvorstellungen und Aufstiegsmöglichkeiten im Hinterkopf. Internationale Unternehmen, die weltweit einen Namen haben, locken talentierte Studenten und Absolventen bereits mit vergüteten Praktika, Werkstudentenjobs und Traineeprogrammen und stehen bei den meisten Studis ganz oben auf der Jobwunschliste. Die sogenannten corporate Jobs bei bekannten Konzernen gelten als sicheres Sprungbrett in eine erfolgreiche Karriere, sind aber durchaus nicht die einzige spannende Möglichkeit für junge Leute. Ein Blick über den Tellerrand hilft Absolventen, sich im Jobdschungel zu orientieren und den eigenen Weg zu finden.


Corporate vs. Non-corporate – was ist was?

Was ist nun aber eigentlich ein corporate Job? Der Begriff corporate kommt aus dem Englischen und bedeutet direkt übersetzt so viel wie „vereinigt“ oder „geschlossen“. In Bezug auf Karriere und Beruf bezeichnet corporate die traditionelle Geschäftswelt, meist im Kontext von großen Unternehmen. Ein corporate Job ist demnach also ein Job oder ein Karriereeinstieg bei einem meist großen Unternehmen mit vielen Mitarbeitern und Standorten und einer dementsprechend komplexen Struktur. Corporate Jobs bei großen, internationalen Unternehmen, die häufig weltweit tätig sind und über viele Tausend Mitarbeiter verfügen, finden sich zum Beispiel bei Versicherungen, Banken, Retail, Beratungen, Öl & Gas etc.

Ein non-corporate Job ist im Prinzip einfach das Gegenteil - ein Job bei einem nicht traditionellen bzw. kleineren Unternehmen, im gemeinnützigen Bereich oder im öffentlichen Sektor. Hierzu zählen zum Beispiel junge Unternehmen wie Start-ups, die gerade erst gegründet wurden und meist wenig Mitarbeiter haben, aber auch nicht gewinnorientierte Organisationen wie Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Stiftungen oder zum Beispiel selbstständige Arbeitsverhältnisse wie das Freelancer Dasein.

Auch in kleinen Unternehmen, in Startups oder im Non Profit Bereich bieten sich interessante Chancen für diejenigen, die Lust auf etwas Anderes haben, sich von großen Unternehmen eher abgeschreckt fühlen oder denen es bei der Arbeit vor allem auf Praxisbezug, Selbstverwirklichung, Kreativität und Abenteuer geht. Es lohnt sich, sich bereits vor Ende des Studiums damit zu beschäftigen, welche Art von Job und Unternehmen am besten zu dir passt und die Vor- und Nachteile in Ruhe abzuwägen. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete!


Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Corporate Jobs bei großen, internationalen Unternehmen mit Namen wie zum Beispiel Bayer, Lufthansa oder KPMG, um nur ein paar große Beispiele zu nennen, locken mit einem großen Namen, guten Aufstiegschancen sowie meist gutem Einstiegsgehalt. Unternehmen dieser Größe und Bekanntheit machen sich gut im Lebenslauf und präsentieren sich als attraktive und moderne Arbeitgeber. Wer schnell Karriere machen will und die richtige Mischung aus Ehrgeiz, Talent und Anpassungsvermögen mitbringt, kann bei einem großen Unternehmen bereits nach wenigen Jahren aufsteigen, Personalverantwortung bekommen und sich über attraktive Gehaltssteigerungen freuen. Pragmatiker und ehrgeizige Absolventen, die bereits sind Einsatz zu zeigen und sich von komplexen Strukturen nicht abschrecken lassen, sind hier genau richtig.

Nicht für jeden Absolventen ist der Konzern oder das Großunternehmen jedoch der richtige Weg. Vielmehr hängt dies mit der eigenen Persönlichkeit und den individuellen Lebenszielen zusammen. Falls du zum Beispiel Wert auf ein familiäres Umfeld und übersichtliche Strukturen legt, fühlt sich in einem großen Unternehmen eventuell schnell verloren und wäre mitunter besser bei einem kleineren Unternehmen aufgehoben. Absolventen, die viel Kreativität und Tatandrang mitbringen, können sich in einem Startup mit flachen Hierarchien und viel Handlungsspielraum meist besser verwirklichen als in einem corporate Job als Teil eines unübersichtlichen, weltweiten Geflechts. Diejenigen, denen der Sinn ihres Jobs besonders wichtig ist und die weniger Wert auf schnelle Karriere und ein hohes Gehalt legen, sondern eventuell einen sozialen Fokus suchen, finden interessanten Möglichkeiten bei Stiftungen, NGOs oder in öffentlichen Einrichtungen und fühlen sich bei einem großen Unternehmen wohlmöglich fehl am Platz.


Wie finde ich raus, was zu mir passt?

Welche Art von Job, Unternehmensgröße und Branche am besten zu dir, deinem Profil und deinen Interessen passt. Faktoren wie Persönlichkeit, die persönlichen Zielen und die eigene Definition von Erfolg spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Wer vor allem Wert auf Kreativität, flacheren Hierarchien und Selbstverwirklichung hat, ist in einem Startup gut aufgehoben. Während die Arbeitszeit auch hier lang sein können und Sicherheit nicht unbedingt gegeben ist, sind die Aufgaben meist sehr dynamisch und der Gestaltungsspielraum groß. Dies bedeutet allerdings auch, dass Verantwortlichkeiten oft unklar ist, der Arbeitsaufwand extrem variiert und Prozesse noch nicht sehr gereift sind. Wer hingegen vor allem auf den Lebenslauf schaut, schnell Karriere machen will und gern Teil eines großen Ganzen ist, der sollte es bei großen Unternehmen versuchen. Große Unternehmen bieten außerdem den Vorteil, dass die Strukturen bereits etabliert und die Jobbeschreibungen konkret sind. Eine weitere spannende Alternative, die viele Absolventen zunächst nicht in Betracht ziehen, sind kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) die bereits etabliert sind, oder auch der öffentliche Sektor.

Bei wichtigen Entscheidungen solltest du am besten auf dein eigenes Gefühl achten und deine eigenen Träume, Lebensentwürfe und persönliche Prioritäten im Blick haben und versuchen, einen klaren Kopf zu behalten. Auch Gespräche mit Freunden und Familie, Mitstudenten oder Berufsberatern helfen, sich darüber bewusstzuwerden, was tatsächlich zu dir passt und den richtigen Weg einzuschlagen. Ein allgemein gültiges Rezept gibt es bei Karrierefragen leider nicht…


Wie und wo finde ich die Jobs?

Die großen Jobportale wie „Stepstone“ listen eine breite Anzahl an Stellenangeboten bei Unternehmen und Institutionen verschiedenster Art – hier ist fast alles dabei. Wer in ein großes Unternehmen will, kann sich auch direkt auf dem Karriereportal des Unternehmens umsehen und dort ein Bewerberprofil erstellen. Falls du dich gezielt über non-corporate Jobs informieren will, findet im Internet alternative Jobportale wie die internationale Jobbörse der Bewegung „Escape the City“ mit vielen Stellenangeboten und Inspiration zu alternativen Karrierewegen. Das deutsche Jobportale „Berlin Start Up Jobs“ vermittelt interessante Einstiegsmöglichkeiten und bietet einen guten Überblick über diese Art von Jobs und „Nachhaltige Jobs“ spricht vor allem diejenigen an, denen es um einen Job mit Sinn geht.

Doch nicht nur Karriereportalen und Jobvermittlungen sind wichtige Quellen, um den richtigen Job zu angeln. Für alle Branchen und Arten von Jobs sind persönliche Kontakte und Empfehlungen wichtig und können die Jobsuche um einiges erleichtern.


Verfasst von JobTeaser

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